abseits von Grand Hotel und Bettenburgen

Dnepr MT16

Bei einem Aufenthalt in China sah ich in Wuhan seit langem wieder mal einige Gespanne auf der Straße, benutzt um Federvieh oder Gemüse zu transportieren.

Nach meiner Rückkehr nach Hamburg wurde das Internet befragt und nach längerem suchen wurde ich bei Jörg Warnke fündig. Er bot zerlegte Mt11 und Mt16 zum Kauf an.

Ich entschied mich für eine MT16 mit wenig Km Leistung aus der Türkei importiert. Die Gespanne waren für die Polizei gedacht, kamen aber nie zum Einsatz sondern verstaubten dort in einem Magazin.

Nach dem mehr oder wenig üblichen Gesprächen mit dem “Haushaltungsvorstand” durfte ich die Fenster streichen und bekam dafür grünes Licht.

Dann wurde ein Hänger gemietet und der “Bausatz” aus Lehnsted abgeholt.

Alles war ziemlich verstaubt und in einem grauslichem blau lackiert (wenn man das bei einem russischen Fahrzeug überhaupt sagen kann). Nach dem Entstauben wurde der Rahmen angeschliffen und grundiert und mit einem freundlichem schwarz lackiert.

Nach längerem Schrauben nahm das Gespann wieder Form an, der Motor und das Getriebe wurden eingebaut und die Elektrik erneuert. Doch bis zum ersten Ton war es noch ein langer Weg. Die mitgelieferten Vergaser wollten nicht mit mir zusammen arbeiten, also mußten K68 gekauft werden und siehe da, der Motor sprang an. Später habe ich dann die Zündanlage rausgeworfen und eine Boyer Bransden Zündung verbaut die unauffällig ihren Dienst tut.

Auch die Auspuffanlage wurde auf 2 in 2 umgebaut sowie die Telegabel gegen eine Schwinge ausgetauscht.

Doch nach einigen Stunden Laufleistung fing die Gute überall an zu tröpfeln. Also noch mal Motor raus und abdichten, Getriebe ebenso.

Da das Gespann aus der Türkei kam mußte erst einmal der Baurat ran, ging aber ohne Probleme durch. Hier möchte ich besonders “Lederclaus” danken, der die Abnahme für mich erledigt hat.

Dann kam die Zulassung. Ich hatte nur die Zollpapiere und eine Art Kraftfahrzeugschein aus der Türkei, das reichte der Dame nicht, sie wollte einen lückenlosen Besitznachweis. Ein Anruf bei Warnke reichte und er schickte mir eine Rechnungskopie des türkischen Besitzers. Wieder zu der Dame und dann hat es geklappt. Kennzeichen zugeteilt bekommen und ich durfte legal fahren.

Nach ca. 3000km fing die Gute an zu Qualmen, erst nur ein wenig, dann aber immer mehr, vor allem sobald der Motor warm war. Nach dem öffnen des Motors sah ich die Bescherung, ein Pleullager war def. Die Kurbelwelle ebenfalls, beim genauen hinschauen sah man einen Gußfehler auf der Lauffläche des Lagers.

Zum Glück war der Reserve Motor schon im Regal und wurde dann eingebaut